AllgemeinAber ich kann doch gar nichts dafür – Wie Sie eigenverantwortlich leben

Eigenverantwortung heißt, dass Sie die Verantwortung für alles übernehmen, was Sie tun und auch für das, was Sie nicht tun und die Konsequenzen daraus tragen.

Das gilt nicht nur fürs Handeln, sondern auch für Ihr Denken und für Ihre Gefühle.

Gerade was Gefühle betrifft, sagen viele oft, dass sie gar nichts dafür können, dass sie so wütend oder so ärgerlich waren und sie nur deshalb so gehandelt haben. Doch es ist unser Denken und unsere Gefühle und somit sind wir auch allein dafür verantwortlich.

Wir sind unseren Gefühlen nicht hilflos ausgeliefert.

Unsere Gefühle entstehen aus unserem Denken.

Wenn ich negative Gedanken habe, entstehen negative Gefühle und damit negative Handlungen.

Und was ich denke, dafür kann kein Mensch, kein Objekt, niemand etwas.

Ergänzend füge ich hier gern noch hinzu: Eigenverantwortung ist die Voraussetzung für ein glückliches und entspanntes Leben. Eigenverantwortung bereichert das Leben und macht es erfüllter und entspannter.

Wann übernehme ich keine Eigenverantwortung und was sind die Folgen?

  • wenn ich die Schuld immer auf andere schiebe
  • der Kollege ist schuld, dass das Projekt nicht fertig ist
  • mein Mann ist schuld, dass ich wütend bin
  • meine Frau ist schuld, dass wir zu spät sind
  • meine Nachbarin ist schuld, dass ich so wenig geschafft habe, weil sie mich so lange aufgehalten hat
  • weil es geregnet hat, hatte ich keinen Spaß auf der Party

Die Folgen sind Unzufriedenheit, schlechte Laune, genervt sein, das Gefühl haben ein Opfer der Umstände zu sein, nichts dafür zu können, immer Pech zu haben etc.

All das sind negative Gefühle, welche die nächsten negativen Handlungen hervorrufen. Vielleicht schimpfe ich dann mehr mit meinen Kindern oder streite mit meinem Partner oder bin unhöflich zur Verkäuferin im Supermarkt. (Ich kenne einige Verkäufer/innen und die können ein Lied davon singen, wie viele Menschen ihre eigene Unzufriedenheit an ihnen auslassen.)

Langfristig macht dieses Verhalten krank, fördert viele Falten und vor allem im Gesicht sieht man irgendwann den Menschen ihre jahrelange Unzufriedenheit und ihren Frust an

Wie kann ich Selbstverantwortung übernehmen und was ändert sich dann?

Eigenverantwortung zu übernehmen macht frei, macht handlungsfähig. Ich kann etwas tun, ich bin der Situation nicht hilflos ausgeliefert, sondern kann aktiv mit gestalten. Solange ich mit gestalte und etwas tue, kann ich die Dinge lenken.

Eigenverantwortung zu übernehmen heißt, ich sage JA. Ich sage ja, das ich die Konsequenzen für mein Denken, Handeln und Tun übernehme, egal was es ist.

Sicher ist es ist nicht immer angenehm, Dinge aus der Welt zu räumen, wo wir uns ungerecht behandelt fühlen.

Jedoch ist die Sache schneller vom Tisch und wir haben mehr inneren Frieden, wenn wir uns die Sache besonnen und klar ansehen und dann Schritt für Schritt überlegen, was zu tun ist und umsetzen.

Sehr oft sogar, sind die Dinge dann wesentlich schneller erledigt, als wenn wir Monate oder jahrelang damit hadern und uns immer wieder neu darüber aufregen.

Jedes einzelne Hadern, sich dagegen stemmen, dagegen kämpfen kostet Sie viel Energie und wertvolle Lebenszeit.

Wir alle bekommen immer wieder Herausforderungen. Nur so können wir uns weiter entwickeln und wachsen. Das kann eine Mail oder ein Brief von einem Anwalt sein, wo der ehemalige Geschäftspartner Zahlungen fordert, die in Ihren Augen ungerechtfertigt sind. Das können Schreiben von Behörden sein. Das kann aber auch ein Kratzer am Auto sein, den jemand anderer versehentlich gemacht hat.

Eigenverantwortung bedeutet nicht, dass Sie all diesen Unannehmlichkeiten zustimmen und sagen, vielen Dank, juchhuu, ich zahle sofort. Eigenverantwortung heißt, dass Sie Ihre Gedanken neutral halten und keine negativen Gedanken der Sache geben.

Die Dinge an sich sind nämlich immer neutral. Wir sind es, die der Sache eine Bedeutung geben. Eine positive oder eine negative.

Nehmen wir den Regen. Regen ist neutral. Sie haben aber vielleicht eine Gartenparty geplant und finden den Regen jetzt total blöd und ärgern sich die ganze Zeit. Der Bauer aber, der seit Wochen auf den Regen wartet, freut sich und tanzt vor lauter Freude über den Regen.

Unangenehmen Dingen geben Sie einfach keine Bedeutung. Was nicht heißen soll, dass Sie die Sache ignorieren ! Das wäre die Vogel Strauß Taktik, das Sie den Kopf in den Sand stecken und gar nichts tun. Das macht es meistens noch schlimmer.

Die klassische Reaktion auf schlechte Nachrichten

Sie erhalten eine für Sie unangenehme Information gegen 9 Uhr morgens. In dem Moment wo Sie den Inhalt verstanden haben, regen Sie sich das erste Mal auf. Wie unverschämt das ist. Das das ja wieder mal klar war. Das der oder die doch spinnen müssen. Und so weiter, hier sind der Kreativität für Schimpfwörter kaum Grenzen gesetzt.

Die meisten Menschen rufen nun irgendjemanden an oder gehen zum Kollegen und erzählen von der Sache und regen sich nun gemeinsam darüber auf. Alles wird analysiert und darf doch nicht wahr sein und das haben Sie ja nun wirklich nicht auch noch gebraucht.

Und jeder der Ihnen ab jetzt über den Weg läuft oder telefonisch an ihr Ohr kommt, der bekommt es auch noch erzählt und per WhatsApp werden auch alle Interessenten und Nichtinteressenten informiert. Nun regen Sie sich nicht mehr nur sprachlich darüber auf, sondern auch noch textlich.

Irgendwann kommt die Mittagspause und auch die Tischnachbarn werden über diese ungerechte und völlig überzogene Sache informiert. Jetzt haben Sie nicht nur einen Mitaufreger, sondern bestenfalls gleich vier oder fünf, mit denen Sie ordentlich diskutieren und den Absender schlecht machen können.

Fazit: Sie regen sich seit mindestens drei Stunden darüber auf, sind jedoch der Lösung keinen Millimeter näher gekommen.

Nun ist Nachmittag und die Sache arbeitet weiter in Ihrem Kopf. Sie können sich nicht wirklich auf die Arbeit konzentrieren, weil Ihre Gedanken nur an dieser Sache hängen. Sie sind genervt von Ihren Kunden, weil sie das Gefühl haben freundlich sein zu müssen, obwohl sie sie viel lieber anblubbern möchten, weil sie gerade keinen Nerv für sie haben.

Am Abend kommen Sie nach Hause und erzählen Ihrem Partner / Ihrer Partnerin davon und nun ärgern Sie sich wieder beide. Ihre Kinder wollen indes fröhlich von ihrem Tag erzählen und mit Ihnen kuscheln, aber Sie haben überhaupt keine Nerven sich das anzuhören und schicken sie in ihr Zimmer. Das Ihre Kinder ganz traurig davon gehen und in ihrem Zimmer weinen, davon merken Sie in Ihrer Wut nichts.

Dieser einen, grundsätzlich neutralen Sache am Vormittag, haben Sie so eine riesige negative Bedeutung gegeben, dass Sie einen ganzen Tag Ihrer wertvollen Lebenszeit dafür geopfert haben.

Sie haben nicht den Sonnenschein genossen. Sie haben die Freude Ihrer Kinder nicht wahrgenommen. Sie haben auch nicht mitbekommen, dass sie auf der Heimfahrt jemanden die Vorfahrt genommen haben und ein schwerer Unfall nur aufgrund der schnellen Reaktion des anderen verhindert werden konnte. Sonst wären Sie jetzt im Krankenhaus. Wegen dieser einen Sache am Vormittag, der sie so eine Bedeutung gegeben haben.

So lösen Sie Schritt für Schritt die Herausforderung

Die Kunst ist es bereits am Anfang der Sache keine Bedeutung zu geben.

Was also tun?

In dem Moment, in dem Sie die Information erhalten, den Brief vom Anwalt oder von der Behörde bleiben Sie zuerst entspannt und achten darauf, dass Sie Ihre ängstlichen Gedanken nicht das Kommando übernehmen.

Sie schauen sich die Information genau an und überlegen, was der nächste Schritt sein kann, um die Angelegenheit zu lösen.

Und diesen setzen ersten Schritt setzen Sie um. Ansonsten gibt es nichts weiter zu tun.

Nicht den zweiten Schritt vorweg nehmen oder gefährliche Zukunftsprognosen spekulieren.

Nicht darüber aufregen und es auch nicht jedem erzählen, der vorbei kommt.

Wenn Sie den ersten Schritt umgesetzt haben, warten Sie ab, was als nächstes geschieht und verschwenden auch keinen Gedanken mehr daran, bis der zweite Schritt dran ist.

Eigenverantwortung übernehmen Sie, indem Sie von der Sache Kenntnis nehmen und völlig neutral bleiben. Das können Sie, indem Sie Ihre Gedanken unter Kontrolle bringen. Solange Sie neutral bleiben, Ihre Gedanken unter Kontrolle haben und sich nicht von Emotionen leiten lassen, solange sind Sie klar und fokussiert.

Das ist der erste Schritt um zu einer sinnvollen Lösung zu kommen. Wenn Sie eine Idee für die erste Lösung haben, heißt es umsetzen. Danach muss meist abgewartet werden auf die Reaktion des anderen und bis dahin kümmern Sie sich um Ihre anderen Angelegenheiten. Um Ihre Aufgaben, Ihre Kunden, Ihre Familie, Ihre Kinder und um sich selbst!

Eigenverantwortung bedeutet auch, dass Sie sich keine Vorwürfe machen, dass sie damals so entschieden haben. Sie haben eben so entschieden, weil Sie es damals nicht besser wussten. Hätten Sie es besser gewusst, hätten Sie anders entschieden.

Heute wissen Sie es besser und tragen die Verantwortung für Ihr handeln. Vorwürfe oder Selbstzerfleischung bringt gar nichts, außer wieder neue negative Emotionen, die Sie krank und unzufrieden machen und letztlich das Leben anstrengend, schwer und bedrückend machen.

Also, bei der nächsten Sache die Sie aufregt, übernehmen Sie die volle Verantwortung für Ihr handeln, ihr denken und Ihre Gefühle. Betrachten Sie die Sache als das was sie ist -neutral.

Bleiben Sie klar und fokussiert, überlegen Sie den nächsten Schritt und setzen Sie ihn um. Und dann Haken dran. Wenn die Sache vom Tisch ist, können Sie reflektieren was Sie aus der Sache gelernt haben. So beugen Sie zukünftig vor und machen nicht wieder den gleichen Fehler und ganz besonders wichtig… wenn Sie reflektieren und prüfen, warum Ihnen das passiert ist, dann treffen Sie zukünftig bessere Entscheidungen.

Handeln Sie schon eigenverantwortlich? Welche Erfahrungen haben Sie mit gemacht?

 

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