AllgemeinMeine 4 besten Schritte zum Umgang mit Krisen

Das kleine Virus fordert vielen Menschen enorme Kräfte ab. Dabei spreche ich weniger von gesundheitlichen Kräften, sondern vielmehr von mentalen Kräften. Es ist schon eine Herausforderung bei den vielen negativen Nachrichten, Sondersendungen und Special-Beiträgen zum Thema Corona noch optimistisch und lebensfroh zu bleiben und sich nicht von den negativen Energien herunter ziehen zu lassen. In diesem Beitrag möchte ich dich mit meiner Erfahrung inspirieren, wie du vielleicht etwas leichter durch die Krise kommen kannst, den Fokus behältst und dir deine eigene Welt mit und ohne Corona, so gestaltest, wie sie dir gefällt.

Ich selbst war vor vielen Jahren in meiner bisher tiefsten Krise. Zu Existenzängsten hatte ich noch eine Trennung zu verarbeiten und nach vielen Jahren in einer sehr toxischen Beziehung musste auch mein Selbstbewusstsein vom Kellergeschoss 27 Step by Step in höhere Etagen befördert werden.

Lernen Anzunehmen

Um durch diese dunkle Zeit zu kommen, musste ich zuerst das Annehmen lernen.

Meine Lage so anzunehmen, wie sie ist. Und wie war sie? Für mich in dem Moment dunkelgrau bis tiefschwarz. Ich hatte nicht ansatzweise eine Ahnung, wie es weitergehen könnte. Es gab nichts schön zu reden. Ich hatte wahrlich schon bessere Zeiten.

Was fühlte ich in diesen Tagen? Eine große schwere Traurigkeit. Ich fühlte mich wie gelähmt. Und ich war noch nie so müde. Zu jeder Tages – und Nachtzeit hätte ich mich am liebsten irgendwo verkrochen und über Wochen nur geschlafen. Meine Lebenspläne sowohl beruflich als auch privat waren gescheitert. Das Anzunehmen kostete Kraft.

Es kostet aber weniger Kraft als dauerhaft dagegen anzukämpfen. Die Dinge sind wie sie sind. Sie sind nicht immer schön und auch nicht immer angenehm. Doch wenn wir dagegen ankämpfen, kosten sie uns noch unendlich viel mehr Kraft. Und letztlich ist es immer meine eigene Entscheidung, welche Bedeutung ich der Situation gebe.

In dem Moment, wo ich die Situation annehme, bin ich frei für neue Lösungen. Solange ich gegen sie kämpfe, bin ich blind und ausschließlich auf das Problem fokussiert. Ich kann die Lösungen gar nicht erkennen.

Was ist gut an meiner Situation?

Nachdem ich meine Situation ohne Groll, Wut oder Ärger annehmen konnte, überlegte ich, was gut und was weniger gut war. Gut war, dass ich aus der toxischen Beziehung raus war und ich keine Angst mehr vor demütigender Kritik haben musste. Ich hatte auch eine Wohnung und für mich und meine Kinder und genug zu essen. Gut war auch, dass ich, wie an einem neuen Lebensanfang stand. Ich hatte die Chance mein Leben völlig neu aufzubauen. Nach meinen eigenen Wünsche und Vorstellungen. Wie bei Monopoly. Gehe zurück auf Los. Nur ohne das Geld mitzunehmen.

Was war nicht so toll? Meine finanzielle Situation. Meine Gesundheit. Und ich war arbeitslos. Auf dem Arbeitsamt habe ich mich damals so deplatziert gefühlt, wie noch nie an einem Ort. Und ich schwor mir, dass ich hierher nur noch einmal in meinem Leben hingehe, nämlich zum abmelden.

Nachdem ich mir über meine IST Situation im Klaren war, überlegte ich mir, wie mein Leben zukünftig aussehen soll. Welche Angewohnheiten und Rituale wollte ich beibehalten und was wollte ich nie wieder. Ich entschied, dass ich nie wieder einen Job wollte, bei dem ich jeden Tag an die gleiche Adresse fahre und dort bleiben musste. Ich gehöre dann doch eher zu den Reisenden. Außerdem wollte ich wieder mehr Geselligkeit, Freude und Leichtigkeit in meinem Leben haben. Dabei wurde mir einmal mehr schmerzlich bewusst, dass besonders die Freude und Leichtigkeit für viele Jahre komplett aus meinem Leben verschwunden waren.

Ok, nun wusste ich zwar was ich wollte und was ich nie wieder wollte, aber ich hatte keine Ahnung, wie ich das erreichen könnte. Also nahm ich mir die einzelnen Wünsche vor und überlegte, was der erste Schritt sein könnte.

Die Frage ist immer…welcher ist der nächste Schritt?

Zuerst beschäftigte ich mich mit dem Job. Schließlich musste irgendwoher Geld rein kommen. Ich bewarb mich und hatte zwei Vorstellungsgespräche. Doch schon beim Betreten der jeweiligen Firma hatte ich sofort das Gefühl, dass ist nicht meins. Was sich in den Bewerbungsgesprächen natürlich bestätigte. Das kann man auch selbst erfüllende Prophezeiung nennen. Damit war klar, ich will definitiv nicht als Angestellte arbeiten.

Sollte ich mich selbstständig machen?

Doch womit ? Aufgrund meiner desaströsen finanziellen Lage und dem Status Alleinerziehend war es aussichtslos irgendwo nach Krediten zu fragen. Somit waren sämtliche Franchise Ideen erledigt und eigene Ideen, welche mit Finanzierungen hätten gestartet werden müssen, waren vom Tisch. Ich wusste, dass ich irgendetwas finden musste, was mit Homeoffice, Telefon, Auto, PC und meinen beiden kleinen Kindern möglich war. Nach einigen Recherchen kam ich auf die Idee eine Wunschagentur zu gründen. Damit erfüllte ich Menschen ausgefallene Wünsche. Ich organisierte Tiger streicheln, live im Fernsehen sein, erfüllte einer 70 jährigen Dame den langjährigen Wunsch einmal LKW zu fahren und stellte für einen Jubilar einen kompletten NVA Tag nach, inkl. Einberufungsbefehl, Sturmbahn und Feldküche. Das alles ließ sich wunderbar mit meinen Vorstellungen und aktuellen Bedingungen vereinbaren.

Im Lebensbereich Beziehungen stellte ich fest, dass ich fast gar niemanden kannte, mit dem ich mich über Unternehmertum austauschen konnte. Mein Freundeskreis bestand größtenteils aus Angestellten, die sowieso gar nicht verstehen konnten, warum ich mich überhaupt in diese Situation gebracht hatte. Unternehmerische Fragen konnte ich niemanden stellen. Auch hier überlegte ich, was der nächste Schritt sein könnte, um das zu ändern. Ich brauchte neue Menschen in meinem Leben.

Netzwerken? Noch nie gehört.

Ich recherchierte wieder und irgendwann stolperte ich über den Begriff netzwerken. Das war meine Lösung. Ich brauchte ein Netzwerk. Der nächste Schritt war, geeignete Netzwerke für meine Themen zu finden. Es gibt unzählige Netzwerke in der Welt, welche die unterschiedlichsten Themen inne haben. Ich brauchte UnternehmerInnen, also suchte ich nach Businessnetzwerken.

Wie heißt es in der Bibel so schön, wer suchet, der findet und natürlich fand ich verschiedene Netzwerke, die ich mir nach und nach ansah. Im Hintergrund immer alles organisiert und vereinbart mit meinem Leben als Mutter von zwei kleinen Kindern.

Die meisten Netzwerke waren damals für mich nicht geeignet, aus verschiedensten Gründen. Unter anderem, war ich durch die Kinder bei den Abendterminen sehr unflexibel. Erreichte mich eine Einladung zum netzwerken, konnte ich oft ausgerechnet für diesen Abend keinen Babysitter finden.

Ich brauchte also ein Netzwerk, wo ich selbst die Termine festlegen konnte. Der nächste Schritt…. ich gründete mein eigenes Netzwerk. Damals als Unternehmerinnenabend gestartet, welcher später viele Jahre als Ladies Dinner stattfand.

So konnte ich Netzwerktermine zuerst mit meinem Babysitter abstimmen und dann zum Netzwerkabend einladen. Die Kinder waren versorgt und ich konnte neue Menschen kennenlernen.

Auch die anderen Punkte meiner „Neues Leben Liste“ behielt ich im Auge und setzte immer das um, was jetzt gerade möglich war. Die Frage war stets, wo will hin und was ist der nächste Schritt dazu.

Genau diese Vorgehensweise hat sich bei mir in jeder größeren und kleineren Krise bewährt.

Meine 4 besten Schritte im Umgang mit Krisen

  1. IST Situation klar machen. Ohne schön reden, ohne dramatisieren, ohne Bedeutung, ohne Emotionen. Einfach IST.
  2. Wie soll zukünftig mein Leben/ dieser Lebensbereich aussehen? Wunschkonzert spielen und alles aufschreiben, wie dein Leben in Zukunft aussehen könnte, wenn es keine Grenzen gäbe. Ohne Bewertungen, ohne ABER, ohne Verstand.
  3. Deine Wünsche anschauen und fragen, was ist der nächste Schritt, den ich JETZT umsetzen können, um dieses Ziel zu erreichen?
  4. Umsetzen!

Bonus: Meine 10 Empfehlungen zum leichteren voranschreiten. (Alle selbst erprobt und getestet)

  1. Betreibe Gedankenhygiene. Wenn es an deiner Tür klingelt und dein/e Bekannte/r steht mit schlammigen, dreckverkrusteten Türen vor Ihnen – würdest du ihn/sie mit diesen Schuhen in deine Wohnung lassen? Wahrscheinlich nicht. Doch genau das, machen viele mit ihrem Kopf. Sie lassen von anderen Menschen die schlimmsten Zukunftsszenarien, dramatischsten Katastrophen und das ganze Gejammer in ihren Kopf. All das, ist im Kopf das gleiche, wie in deinem Haus…Schmutz. Dreck, welcher dich Energie kostet anstatt dir Energie zu geben. Dreck, welcher dich von deinen Vorhaben ablenkt und deine Zeit nur verschwendet. Du brauchst das nicht. Überprüfe genau, welche Nachrichten du konsumierst und wie oft.
  2. Achte auf dein Umfeld. Mit wem verbringst du deine wertvolle Lebenszeit? Frag dich nach jeden Treffen, ob du dich gut oder besser fühlst als vorher oder ob du dich schlechter fühlst. Manche Menschen sind Energieräuber, andere Energiegeber. Halte dich von Energieräubern fern.
  3. Sei selbst ein Energiegeber. Gleich und gleich gesellt sich gern. Dieser Spruch ist so wahr und macht gleichzeitig so viel Freude. Wenn du selbst ein Energiegeber bist, wenn andere Menschen gern in deiner Nähe sind und sich nach Treffen mit dir gut fühlen, wirst du weitere solche Menschen anziehen. So erweitert sich dein Umfeld mit vielen wunderbaren Menschen und bereichert so ganz automatisch auch dein eigenes Leben.
  4. Behalte den Fokus. Lass dich nicht ablenken von Social Media, Nachrichten oder anderen Dingen, die in dem Moment für dich nicht wichtig sind.
  5. Schau nicht zu weit in die Zukunft. Bleibe im Jetzt. Je nach Stärke der Krise kannst du sowieso nur von Tag zu Tag entscheiden. Wenn die Zeiten wieder besser werden, kannst du wieder langfristiger planen. In meinen schwärzesten Zeiten konnte ich lediglich über die nächsten 2 Stunden entscheiden. Alles andere war mich viel zu weit weg. Teile daher dein Leben in überschaubare Einheiten.
  6. Achte auf deine Gesundheit. Jeden Tag nur 10 Minuten Sport ist besser als gar keiner. Das geht auch zu Hause. Ein Spaziergang oder schnelles Gehen an der frischen Luft kostet keinen Cent und macht herrlich den Kopf frei.
  7. Achte auf deine Ernährung. Es gibt viele Lebensmittel, die uns viel Energie geben. Genauso gibt es Lebensmittel, die uns Energie rauben und unserem Körper nicht gut tun. Wähle auch hier für dich nur das Beste und finde heraus, was deinem Körper gut tut, mit welchen Lebensmitteln du dich fit und vital fühlst und welche Speisen dich müde und träge machen.
  8. DU bist der wichtigste Mensch in deinem Leben ! Behandel dich dementsprechend liebevoll. Sieh deinen Körper als Luxuskörper und gib ihm nur das Beste. Erkenne, dass du einzigartig und exzellent bist. Rede auch in Gedanken nur positiv mit dir.
  9. Vergleiche dich niemals mit anderen, außer es ist dein Vorbild und du möchtest dich inspirieren lassen. Auch wenn jemand nach dir gestartet ist und es vielleicht so aussieht, als wäre der andere viel erfolgreicher, schneller oder besser. Das ist alles nicht wichtig. Jeder von uns hat seinen eigenen ganz persönlichen Weg. Alles was du erlebst und erfährst hat einen Sinn. Aus allem darfst du lernen. Du kannst heute nicht wissen, wozu die Erfahrung von jetzt in einigen Jahren nötig ist. Im Moment bist du vielleicht traurig, dass das Projekt gescheitert ist, doch es könnte durchaus sein, dass du in einigen Jahren dankbar bist, weil etwas viel besseres danach kam. Ich bin überzeugt davon, dass viele Projekte oder auch Menschen nur kurz in unserem Leben sind, damit wir etwas lernen, was wir für eine größere Sache brauchen. Haben wir die Erfahrung gemacht, unsere Lektion gelernt, verschwinden die Projekte und manchmal auch die Menschen, wieder aus unserem Leben.
  10. Hab Spaß und hinterfrage dich von Zeit zu Zeit. Ist deine eigene Welt noch so, wie sie dir gefällt? Wie würdest du leben, wenn es keine Grenzen im Kopf gäbe?

Hast du auch deine persönliche Strategie zum Umgang mit Krisen? Teile sie gern in den Kommentaren.

Ich freue mich auf dein Feedback und deine Erfahrungen.

Alles Liebe,

Daniela Kreissig

 

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *