AllgemeinLade in dein Leben ein oder Wie du dir interessante Menschen in dein Umfeld holst

Samstagabend hatten wir Besuch. Ich hatte eingeladen zum „Fire-Abend“. Solch ein Abend ist für mich ein Wortspiel aus dem deutschen „Feierabend“ und dem englischen „Fire“. Das bedeutet, bei trockenem Wetter machen wir auf der Terrasse Feuer und bei nassem Wetter machen wir ein Feuer im Kamin. Dazu bringt jeder etwas leckeres zu essen mit und mein Mann und ich, wir sorgen für „Getränke und Ambiente“.
Da sich nicht alle Gäste kennen, sitzen wir nach dem Essen gemeinsam ums Feuer und jeder erzählt davon, was er beruflich macht, was seine Leidenschaft ist und wo er mich kennengelernt hat. Am Ende und am Anfang eines Jahres erzählen wir auch oft davon, was im abgelaufenen Jahr besonders gut lief und was sich jeder für das neue Jahr vorgenommen hat.

Ich lade gern mir Gäste ein

Die Einladungen dazu gehen zwischen 4 Wochen und 4 Tagen vorher raus. Wen ich einlade? Ein Mix aus Freunden, neuen Bekannten und Geschäftskontakten. Und warum lade ich manche 4 Wochen vorher und andere erst 4 Tage vorher ein? Weil nie alle Gäste zusagen und je nachdem wie viele Gäste 4 Wochen vorher zugesagt haben, lässt sich eine Tendenz ermitteln, wie viele am Abend real da sein werden. Und wenn ich das Gefühl habe, der Abend könnte noch 2-3 Gäste mehr vertragen, so lade ich auch kurz vorher noch spontan Leute ein. Dabei habe ich festgestellt, dass die spontanen Gäste eigentlich die besten sind. Nicht das dies eine Abwertung gegenüber den langfristigen Zusagern ist, aber bei den längerfristigen Zusagen, ist die Gefahr sehr hoch, dass kurzfristig ungeplante Dinge dazwischen kommen und am Ende doch abgesagt wird. Manchen erwischt kurz vorher eine Erkältung und bleibt doch lieber im Bett. Andere haben berufliche Herausforderungen und daher keinen Nerv für Gesellschaft oder in dem Moment andere Prioritäten. Wie auch immer, ich selbst überlasse es dem Universum zu entscheiden, wen es final zu mir schickt und freue mich über jeden von Herzen.

Deshalb bin ich schon beim Termin festlegen, ganz gespannt, wer von den Eingeladenen, am Abend selbst, wirklich da sein wird und was für eine illustre Runde, wir sein werden. Bei der Entscheidung wer eine Einladung bekommt, sind zwei Dinge für mich ausschlaggebend:

  • ich muss den Menschen mögen und mindestens interessant oder spannend finden
  • nicht alle Gäste dürfen sich untereinander kennen

Ob derjenige bereits zu meinen Freunden zählt oder ich diesen bisher nur einmal getroffen habe, spielt keine Rolle. Im Gegenteil, zu diesen Abenden lade ich besonders gern Menschen ein, die ich bis dato noch nicht so gut kenne. Das Gute daran ist, dass man dadurch viel leichter neue Menschen BESSER kennenlernt.

Neue Erkenntnisse waren für mich:

  • 1. die Eingeladenen freuen sich riesig über die Einladung, weil sie damit gar nicht gerechnet haben. Weil, man kennt sich ja noch nicht sooo gut. Aber die Überraschung gelingt definitiv immer wieder. Und ich habe zu Anfang in meinem Freundeskreis oft den Satz gehört: „Wie? Du lädtst da Leute zu dir nach Hause ein und kennst die noch gar nicht richtig?“ Wir in Deutschland sind oft noch sehr zurückhaltend, gerade neuen Menschen gegenüber und „kennen“ es nicht, mit anderen Menschen, die nicht zu unserem engeren Freundeskreis zählen, privat zu feiern. In den südlichen Ländern ist das total üblich und normal. Ich „stibitze“ mir einfach mal diese Mentalität und lebe sie jetzt.
  • 2. Seitdem ich zu diesen Abenden einlade, erhalte ich im Gegenzug auch viel mehr Einladungen. Nach fast jedem Abend, sagt mindestens einer der „neuen“ Gäste „Du, wir haben demnächst x,y bei uns. Komm doch gern mit.“
  • 3. viel mehr Menschen als wir denken, sind neu in einer Stadt oder Region. Solche Menschen sind oft besonders aufgeschlossen und gesellig und sind sehr dankbar, für genau solche Einladungen.
  • 4. Die vierte und meine liebste Erkenntnis; wenn ich den ersten Schritt mache und Menschen in mein Leben einlade, kommt mir das Leben mit mindestens fünf Schritten entgegen. Es schickt mir phantastische Personen, von denen ich so wahnsinnig viel lernen kann. Dafür bin ich unendlich dankbar.

„Du bist der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen du die meiste Zeit verbringst.“

Vor ca. zwei Jahren habe ich begonnen, bewusst meinen Freundeskreis unter die Lupe zu nehmen und zu schauen, mit wem bringen mich die Treffen und Gespräche weiter. Mit wem findet ein Austausch statt, nachdem ich hinterher sage, die Zeit war es mir wert. Und bei wem, habe ich nach den Treffen das Gefühl, dass ich meine Zeit hätte besser oder sinnvoller gestalten können. Das soll nicht heißen, dass es immer nur Spaß und Halli Galli geben soll. Natürlich hat man auch über Herausforderungen und persönliche Probleme zu reden. Wenn solch eine Herausforderung anliegt, unterstütze ich sehr gern. Wenn diese Herausforderung aber zum Dauer-Jammer-Thema über Monate wird, der Mensch sich anfängt wohlzufühlen in seiner Opferrolle und das Thema einmal in Version X und ein anderes Mal in Version Z vorgetragen wird, lasse ich diesen Kontakt definitiv „einschlafen“.

Da ich mich bei einigen Menschen für diesen Schritt entschieden habe, ich aber trotzdem mit anderen meine Zeit verbringen wollte, habe ich mir überlegt, wie ich neue interessante Menschen in mein Leben holen kann. Menschen, mit positiver Energie, mit Ideen, mit Mut und Freude am Tun. Als ein absolut geniales Werkzeug dafür, haben sich meine „Fire-Abende“ heraus gestellt.

Und das wirklich aller aller Beste ist….

von diesen Abenden profitiere nicht nur ich, sondern auch enorm meine Gäste. Da dies kein geschlossener Freundeskreis ist, sind auch für die Gäste immer wieder neue Gesichter dabei und spannende Geschichten denen sie lauschen können. Bisher war es nach jedem Abend so, dass mindestens ein Gast hochmotiviert und inspiriert mein Haus verließ und sein Leben danach in eine positive Richtungen geändert hat. Mancher ging auch sehr nachdenklich nach Hause. Aber nur um mich eine Woche später anzurufen und sich für diesen grandiosen Abend zu bedanken. Ein Abend, der ihm eine völlig neue Welt aufgezeigt hat und der jetzt weiß, was er zu ändern und zu tun hat.

Wenn du jetzt auch an einer Stelle in deinem Leben angekommen bist, wo du merkst, dass du neue Menschen in deinem Leben möchtest, dann fange doch auch an und lade in dein Leben ein.

Hier 10 Tipps um neue Menschen in dein Leben zu holen:

1. Lege einen Termin in 3-4 Wochen fest. Ich bevorzuge Samstage, da ich entspannter vorbereiten kann.
2. Als ideale Gästezahl, besonders für die „Story-Runde“, hat sich bei uns 8-10 Personen heraus gestellt, inkl. Gastgeber. In der Story-Runde, erzählt jeder Gast aus seinem Leben. Pro Person dauert dies ca. 10-15 Minuten. Bei 8-10 Gästen also ca. 2 Stunden. Der eine erzählt mehr, der andere weniger. Diese zwei Stunden vergehen wie im Flug und finden nach dem Essen statt. Bei mehr als 10 Gästen würde sich das Ganze zu sehr in die Länge ziehen und dem letzten Sprecher würde kaum noch jemand zuhören.
3. Sorge für ein Wohlfühlambiente. Wer keine Möglichkeit für eine Feuerschale oder Kamin hat, kann auch ganz einfach ein paar Kerzen auf den Tisch stellen. Wichtig ist, eine gute Atmosphäre zu schaffen in der die Gäste sich wohlfühlen. Kalte Neonlampen tragen dazu nicht unbedingt bei.
4. Habe ausreichend Getränke für alle Gäste dabei. D.h. Weißwein, Rotwein, Bier, evtl. Prosecco und denke bitte auch an die Autofahrer und die, welche aus anderen Gründen keinen Alkohol trinken. Es gibt heute so leckere alkoholfreie Getränke, dass auch diese Gäste nicht nur mit Wasser oder Saft abgespeist werden müssen.
5. Schreibe gleich in die erste Einladung, dass jeder etwas zu essen mitbringt. Koordiniere die Speisenverteilung ca. 1 Woche vor dem Termin und frage nach, wer Dessert, Salate oder anderes mitbringen möchte. Der Vorteil davon ist: du bekommst kunterbunte leckere Speisen, auf die du alleine vielleicht nie gekommen wärst. Wir hatten schon dabei, indische Salate, spanische Suppen, bayrischen Kartoffelsalat und vieles mehr. Und du sparst dir viel Zeit in der Vorbereitung. Ich selbst habe gern Gäste, habe aber nicht die Zeit dafür einen ganzen Tag in der Küche zu stehen und vorzubereiten. Wenn jeder etwas mitbringt, hat der/die Einzelne einen Zeitaufwand von 30-60 min. Bisher hat das jeder Gast gern investiert und wer das nicht möchte, der kommt einfach nicht 😉
6. Lade zu einer festen Uhrzeit ein. D.h. Kommuniziere nicht AB 18 Uhr, sondern UM 18 Uhr. Ein wichtiger Bestandteil ist das gemeinsame Essen, was idealerweise gegen 19 Uhr beginnt. Bis dahin sind alle eingetroffen und die Mitbringsel auf den Tisch gestellt. Das funktioniert aber nicht, wenn ein Teil der Gäste um 18 Uhr kommt, ein anderer Teil um 19.15 Uhr und die letzten Gäste erst um 20 Uhr erscheinen. Um sicherzugehen, dass es alle verstanden haben, kannst du einen Tag vorher nochmal schreiben, dass du dich auf alle freust und drum bittest um 18 Uhr da zu sein. Evtl. kann es vorkommen, dass ein Gast sich daraufhin meldet und sagt, dass er es erst um 18.30 Uhr schafft. Das ist ok, denn ohnehin dauert es bis ca.18.45 Uhr bis alle Gäste da sind, sich kurz kennengelernt haben und wirklich „angekommen“ sind.
7. Lade einen Mix ein aus guten Freunden, Bekannten, die du gern näher kennenlernen möchtest und neuen Leuten, die du vielleicht irgendwo getroffen hast und die du spannend findest, ein. Eine Freundin von mir hat in einem Geschäft eine Verkäuferin getroffen, die sie so interessant fand, dass sie sie kurzerhand gefragt hat, ob sie sie mal mit einladen dürfe. Aus solchen Kontakten sind inzwischen wunderbare Freundschaften entstanden.
8. Nimm Absagen niemals persönlich!!! Freu dich auf den Abend und lass dich vom Universum überraschen, wer wirklich dabei ist. Es immer richtig, wie es kommt und die Menschen die da sind, sind genau die richtigen in diesem Moment!
9. Habe keine Erwartungen. Es geht nicht darum, neue Kunden zu finden oder Geschäfte zu machen. Es geht ums kennenlernen und neugierig auf die Geschichten sein.Genieße einfach die gemeinsame Zeit.
10. Ich mache solche Abende ca. 3x pro Jahr, also etwa alle 4 Monate. Wenn es zu oft gemacht wird, wird es langweilig und dir gehen irgendwann die Gäste aus.

Ideen für Anlässe falls du welche brauchst
Für diese Abende gibt es mich keinen speziellen Anlass. Wenn es dir aber lieber ist, Anlässe zu haben, dann hier einige Ideen:

1. Sommer- und Wintersonnenwende (immer im Juni und Dezember jedes Jahr)
2. Ostern
3. Advent
4. Frühling,- Sommer,- Herbst,- Winteranfang
5. Halloween
6. Pro-Fasching oder Anti-Fasching
7. sei kreativ und entwickle einen eigenen Namen für deinen Abend

Solche gemeinsamen Zeiten mit tollen Menschen verbessern deine Beziehungen, erhöhen deine Lebensqualität, sorgen für neue Sichtweisen, neue Ideen und Inspiration. Bestenfalls gewinnst du neue Freunde, mit neuen Hobbies und neuen Aktivitäten. Das diese, wenn „die Chemie stimmt“ hinterher gemeinsam ausprobiert werden, kann sein, muss aber nicht. Hab einfach Spaß !

Und nun? Hast du Lust loszulegen? Wann ist dein erster Termin? Leg ihn fest und schau, wen du einlädtst.

Und jetzt lade nach Herzenslust ein und schaffe dir dein bestes Umfeld!

Schreib mir, wie es war 🙂

Deine Daniela

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