AllgemeinWarum Fokus wichtiger ist als Gewohnheit

Nach meinem Sommerurlaub im letzten Jahr begann ich mindestens dreimal jede Woche laufen zu gehen. Es machte mir viel Spaß und tat meinem Körper gut. Das Ganze machte ich fast ein Jahr lang, bei (fast) jedem Wetter. Klar, gab es auch die Tage, an denen ich keine große Lust dazu hatte, dennoch zog ich es durch.

Irgendwann aber so nach ca. elf Monaten ging ich nicht mehr laufen. Das Kuriose ist, dass es mir erst Wochen später bewusst auffiel.

Als ich in diesem Jahr wieder in den Urlaub fuhr, fiel mir auf der Autofahrt ein, dass ich aus dem letzten Urlaub, die Lauferei mitgebracht hatte und ich das nicht bis zum neuen Urlaub durchgezogen hatte.

Nach elf Monaten aufgehört. Warum?

Laut diverser Ratgeberbücher zum Thema Gewohnheit, sollte das Laufen nach elf Monaten längst zur Gewohnheit geworden sein und ich hätte es – ohne zu merken – einfach weiter machen können. Stattdessen habe ich es – ohne zu merken – einschlafen lassen.

Für mich habe ich in diesem Moment festgestellt, dass das mit den Gewohnheiten bei mir nicht so funktioniert, wie allgemein verbreitet oder wie vielleicht bei anderen. Wenn ich eine Sache gut finde, egal, ob es Sport ist, Ernährungsänderung oder andere Dinge, solange ich sie gut finde, mache ich es. Auch egal, ob Gewohnheit oder nicht. Ich kann von heute auf morgen Dinge regelmäßig in meinen Alltag einbauen. Aber…..ich kann sie genauso schnell wieder sein lassen.

Kein Fleisch und keine Wurst mehr essen? Hatte ich eine ganze Weile den Wunsch, habe es aber nicht umgesetzt. Dann kam der richtige Trigger und es war von einer auf die andere Minute überhaupt kein Problem mehr. Seit einem Jahr bin ich Vegetarier und nehme auch keine Kuhmilchprodukte mehr zu mir. (*Auslöser oder besser gesagt Augenöffner war das Buch “Peacefood”)Und da diese Umstellung so viele positive Änderungen in meinem Körper bewirkt hat, wie mehr Energie, viel besseres Hautbild, kein Mittagskoma mehr, ich kann viel leichter mein Gewicht halten und noch viele andere wunderbare Dinge, kann ich mir bei diesem Thema auch nicht ansatzweise vorstellen, das wieder zu ändern. Von den ganzen Schlachtungshorrorgeschichten, Medikamentengaben und Zuständen, die die armen Tiere ertragen müssen, mal ganz abgesehen. Und nein, ich habe kein Haustier.

Warum aber habe ich das Laufen (zwischenzeitlich, ich kann ja jederzeit wieder anfangen;-)) sein lassen? Wie gesagt, nach elf Monaten sollte die Gewohnheit die Oberhand gewonnen haben.

Fokus sollte im Fokus sein

Ich habe gemerkt, dass mir der Fokus viel viel wichtiger ist. Solange ich den Fokus auf dem Laufen hatte, konnte ich es ganz leicht in meinen Alltag einbauen. Liegt aber der Fokus auf anderen Dingen, fällt einiges hinten runter. Nach elf Monaten hatte ich eine Phase, in der in der Firma sehr viel zu tun war und ich den Sport verlagert hatte. Ich hatte ihn deshalb verlagert, weil es mir zu aufwändig wurde. Nach 30 min laufen und 15 Minuten Workout musste ich natürlich duschen gehen. Je nach Höhe der Außentemperaturen blieb es aber nicht beim duschen, sondern es kam noch Haare waschen dazu. Bei meinen langen Haaren dauert das. Mit waschen, Pflegespülung und trocknen kam ich locker auf mindestens 20 Minuten, die nur dafür benötigte. Ergo nahm der Sport im Laufe der Zeit fast 90 Minuten mehrmals die Woche in Anspruch. Das war zu viel. Das passte nicht mehr in meinen Alltag.

Also ließ ich es bleiben.

Aber… es war nicht so, dass ich gar keinen Sport mehr trieb. Ich hatte ihn eingekürzt und effektiver gemacht. Das heißt, ich begann nun jeden Tag Sport zu machen, aber nur für zehn bis 15 Minuten und das auf der Matte. Es gibt da so effektive und straffe Programme, die perfekt meinem Wunsch nach kurzen, aber knackigen Trainingseinheiten gerecht werden. Und vor allem, ich kann sie wirklich überall einbauen, egal ob zu Hause oder im Hotel. Vielleicht hinkt der Vergleich auch. Denn klar, beim Laufen an der frischen Luft, habe ich in anderen Bereichen, wie frischer Sauerstoff in jede Körperzelle, ganz andere Effekte, die mein Sport im Innenraum, nicht erreichen kann.

Was ich damit sagen will

Für mich habe ich festgestellt, dass es (für mich) nicht wichtig ist, ob ich eine Gewohnheit habe.

Für mich ist wichtig, wo mein Fokus liegt. Dieser liegt bei mir deutlich darauf, einen gesunden Geist in einem gesunden und vitalen Körper zu haben. Dinge wie Sport, Ernährung, Lebenseinstellung sind die Werkzeuge um dieses Ziel zu erreichen bzw. zu halten. Das Werkzeug Sport ist vielseitig und wandelbar. Neben meinem wöchentlichen Showtanz Training mache ich (derzeit! das kann in ein paar Wochen anders sein), täglich effektive, aber kurze Workouts. So dass die Muskeln trainiert werden, ich aber nicht so ins Schwitzen komme, dass ich unter die Dusche muss. Und wenn mir am Wochenende oder an einzelnen Tagen nach laufen ist, dann gehe ich laufen.

Bei manchen Dingen argumentieren wir, dass es eine Gewohnheit ist und wir deshalb nicht damit aufhören können. Vielleicht sollten wir die eine oder andere Gewohnheit öfters hinterfragen?

Dient diese Gewohnheit überhaupt noch meinen Zielen?

Hilft mir diese Gewohnheit meinen Zielen näher zu kommen?

Oder raubt sie mir eigentlich die Zeit und ich könnte mein Ziel mit anderen Werkzeugen besser erreichen?

Auf der Fahrt in den Urlaub wurde mir bewusst, dass ich unbewusst mein Werkzeug gewechselt hatte. Zwar die Werkzeuggruppe Sport beibehalten, aber ich habe ein anderes Mittel genutzt, um meinem Ziel näher zu kommen.

Welche Werkzeuge verwendest du um deine Ziele zu erreichen?
Welche Erfahrungen hast du mit Gewohnheiten gemacht?
Ist bei dir Fokus wichtiger oder Gewohnheiten ?

Ich freue mich auf dein Feedback und wünsch dir alles Liebe,

Deine Dani

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